Unser persönlicher
Festivalvorschlag für Sie
Widerstehen
Grosse Uraufführung von James Dillon
Skulptur «Dama Velata (Puritas)» von Antonio Corradini

1/1Bild: Archivio Fotografico – Fondazione Musei Civici di Venezia

Für die Schola Heidelberg und das Ensemble Proton Bern hat James Dillon «Lamentations :» komponiert, eindringliche Gesänge nicht nur der Klage, sondern auch des Protests und der Solidarität. 

Im Auftrag des Musikfestival Bern und des Huddersfield Contemporary Music Festivals schuf James Dillon eine neue Komposition, die für die Schola Heidelberg und das Ensemble Proton Bern massgeschneidert ist. Ausgangspunkt sind die Lamentationen, die in der abendländischen Musikgeschichte eine lange, biblisch geprägte Tradition haben. Mag dieser Bezug anfänglich in der Konzeption noch eine gewisse Rolle gespielt haben, so hat sich das Werk inzwischen weit davon entfernt und ins Universelle ausgeweitet. Das zeigt sich in der Auswahl der Texte, die Dillon getroffen hat. Antike Autoren wie Lukrez und Vergil kommen darin ebenso vor wie sumerische Texte oder Ausschnitte eines Gedichts von Georg Trakl. Volksmusiktraditionen wie jene der schottischen Dudelsackmusik wirken hinein. Am Schluss steht eine «Lamentation for the Trees», also für die Bäume. Fünftausend Jahre spiegeln sich so in diesem Werk.

Die «Lamentations :» sind damit nicht nur als Ausdruck von Trauer, sondern auch als ein Akt des Protests und der Solidarität zu verstehen – und höchst aktuell. Das Stück sei vor dem Hintergrund moderner Vertreibungen entstanden – sei es durch erbarmungslose Kriegsmaschinerie oder auf Grund des planetarischen Selbstmords. In keiner Weise, so Dillon, masse er sich an, die Stimme für die Vertriebenen zu erheben – er wolle lediglich eine Reaktion bieten, die an den traurigen Protest schottischer Dudelsackklänge in Klageliedern wie «Is fhada mae seo tha sinn» («Zu lange schon in diesem Zustand») erinnere. 
Programm

James Dillon (*1950): «Lamentations :» für 10 Instrumente, 8 Stimmen und Elektronik (2026, UA)

Besetzung

Schola Heidelberg:
Sarah M. Newman, Dorothea Jakob, Sopran
Julie Catherine, Barbara Ostertag, Alt
Stephen Matthew, Clemens Liese, Tenor
Luciano Lodi, Florian Drexel, Bass

Ensemble Proton Bern:
Bettina Berger, Flöte
Martin Bliggenstorfer, Oboe
Richard Elliot Haynes, Klarinette
Elise Jacoberger, Fagott
Stephen Menotti, Posaune
Vera Schnider, Harfe
Coco Schwarz, Tasten / Elektronik
Maximilian Haft, Violine
Jan-Filip Tupa, Violoncello
Rebecca Lawrence, Kontrabass

Ekkehard Windrich, Leitung

Informationen

Dauer: ca. 60 Minuten

Eine Veranstaltung von Musikfestival Bern in Kooperation
mit Dampfzentrale Bern. Die Komposition von James Dillon entstand im Auftrag des Musikfestival Bern und des Huddersfield Contemporary Music Festivals.

Kontextprogramm

Am Donnerstag 3.9. findet um 16.30 Uhr eine öffentliche Probe zu «Widerstehen» mit anschliessendem Apéro statt.
Weitere Informationen

Zugänglichkeit

Der Veranstaltungssaal ist rollstuhlgängig.

Die Liedtexte zu «Lamentations :» können hier barrierefrei lesbar heruntergeladen werden:
Liedtexte & Editorial (EN)
Liedtexte (DE)

Die Social Story zu «Widerstehen» beinhaltet Informationen zum Konzert, zu den örtlichen Gegebenheiten und zur sozialen Situation, welche Besuchende erwartet.

Einfach gesagt

Eine Kreuzigung ist eine Strafe. Ein Mensch wird an ein Kreuz gebunden oder genagelt. James Dillon hat «Lamentations :» für die Schola Heidelberg und Gruppe Proton Bern geschrieben. Die Lieder zeigen Trauer und Schmerz. Sie zeigen auch Widerstand. Und dass Menschen füreinander da sind.

Termine und Tickets

Widerstehen, Grosse Uraufführung von James Dillon

Sa 5. September / 19:00 Uhr
Dampfzentrale Bern – Turbinensaal
Tickets

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