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Siorram
Englische Renaissance trifft Neue Musik aus England
Titelblatt des Lehrwerks «Opera Intitulata Fontegara» (1535) im Stil einer Radierung. Blockflötisten spielen gemeinsam mit Sängern an einem Tisch

 

Was die englischen Komponisten des elisabethanischen Zeitalters an vielschichtiger Rhythmik entfalteten, hallt bei James Dillon und Rebecca Saunders heute nach. Ein Dialog zwischen den Zeitaltern.

Die Musik vor Händel und Bach ist in Grossbritannien viel stärker präsent, als sie dies lange in Mitteleuropa war. Das liegt unter anderem. an der reichen Chortradition. Die Musik der Tudor-Zeit und des elisabethanischen Zeitalters wurden so weitergepflegt; die Partituren blieben unversehrt. Die Komponist* innen profitieren bis heute – auch ein James Dillon. So erscheint es sinnvoll, die Epochen in einem Konzert einander gegenüberzustellen: Auf der einen Seite die alten Werke, die hier reich verziert bzw. diminuiert erklingen – dies gemäss einem Traktat des Venezianers Silvestro Ganassi. Daraus entsteht eine ungemeine rhythmische Komplexität. Und auf der anderen Seite zwei jüngere britische Kompositionen, in welchen diese Komplexität nachhallt. Dillons Solobratschenstück «Siorram» (Gälisch für «in einem Zauberschlaf») folgt einer mäanderreichen Linie, die durch geometrische Figuren und Traumfelder führt, und streift schliesslich auch die Klänge einer gälischen Fidel. In ihrem «Dialogue» für Viola und Perkussion zitiert die in Berlin lebende Rebecca Saunders Gertrude Stein: « … ein Mensch, der die Aufmerksamkeit fesselt allein durch sein Dasein, es sind nicht Entwicklungen, die entfaltet werden, sondern ‹Seinzustände›, die in harten Schnitten aneinandergefügt sind … Figuren, die nichts taten, sondern waren.»

Programm

James Dillon (*1950): «Siorram» für Viola solo (1992)
Rebecca Saunders (*1967): «Dialogue» für Viola und Perkussion (2011)
Englische Renaissance-Musik mit Ganassi-Diminutionen von Nicholas Ludford (ca. 1490–1557), Richard Pygott (ca. 1485–1549), John Redford (ca. 1500– 1547), Henry VIII (1491–1547) und Thomas Tallis (ca. 1505–1585)

Besetzung

Camilla Maina, Bratsche;
Brian Archinal, Perkussion
Vicente Parrilla, Blockflöten;
Teodoro Baù, Gambe; Johannes Keller, Orgel

Informationen

Dauer: ca. 60 Minuten

Eine Veranstaltung von Musikfestival Bern in Kooperation mit Dampfzentrale Bern.

Zugänglichkeit

Der Veranstaltungssaal ist rollstuhlgängig.

Einfach gesagt

Das elisabethanische Zeitalter war eine Zeit in England. Das war vor mehr als 400 Jahren. Die englischen Komponisten machten Musik mit vielen verschiedenen Rhythmen. Das hört man heute auch in der Musik von James Dillon und Rebecca Saunders. Die Musik von früher trifft auf Musik von heute.

Termine

Siorram, Englische Renaissance trifft Neue Musik aus England

06.09.2026 / 17:00 Uhr

Dampfzentrale Bern – Turbinensaal