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Widerstehen
Grosse Uraufführung von James Dillon
Skulptur «Dama Velata (Puritas)» von Antonio Corradini

 

Eine Kreuzigungsszene. Für die Schola Heidelberg und das Ensemble Proton Bern hat James Dillon neue «Lamentations :» komponiert – eindringliche Gesänge nicht nur der Klage, sondern auch des Protests und der Solidarität.

Unter Lamentationen verstand die Kirchenmusik Klagegesänge zum Gedenken an  Leiden und Sterben Christi. In der neuen Ausdeutung von James Dillon jedoch sind sie auch Ausdruck von Protest und Solidarität. Der zentrale Satz «Tenebrae», in dem sich die Welt verfinstert, bezieht sich nur dem Namen nach auf den kirchlichen Ritus der Karwoche, bei dem in den düsteren Metten die Kerzen sukzessive gelöscht werden. «Die Dunkelheit ist, ähnlich wie in der Chiaroscuro-Malerei, die Voraussetzung für dramatischen Kontrast, gesteigerten Ausdruck und eine plastische Räumlichkeit», so James Dillon. 

Der schottische Komponist hat die Texte zu dieser Kreuzigungsszene selber zusammengestellt. Verschiedene, doch verwandte Texte und Bilder durchziehen das «Tenebrae»: etwa die «donna velata di pietà», die verhüllte Frau des Mitleids, und die «donna velata di lacrime», die verhüllte Frau der Tränen. Erstere ist mittelalterlichen, christlichen Ursprungs, letztere frühgriechischen, wahrscheinlich heidnischen Ursprungs. Diese Texte verlaufen wie Fäden in «Schleiern» unterschiedlicher Klangfarben und Texturen und verbinden das Heilige mit dem Materiellen. Es ist ein eindringliches Werk, das Dillon hier für die Schola Heidelberg und das Ensemble Proton Bern geschaffen hat.

Programm

James Dillon (*1950): «Lamentations :» für 10 Instrumente, 8 Stimmen und Elektronik (2026, UA)

Besetzung

Schola Heidelberg:
Sarah M. Newman, Dorothea Jakob, Sopran;
Julie Catherine, Barbara Ostertag, Alt; Johannes Mayer,
Hubert Mayer, Tenor;
Luciano Lodi, Florian Drexel, Bass

Ensemble Proton Bern:
Bettina Berger, Flöte;
Martin Bliggenstorfer, Oboe;
Richard Elliot Haynes, Klarinette;
Elise Jacoberger, Fagott;
Stephen Menotti, Posaune;
Vera Schnider, Harfe;
Coco Schwarz, Tasten / Elektronik;
Maximilian Haft, Violine;
Jan-Filip upa, Violoncello;
Rebecca Lawrence, Kontrabass
Ekkehard Windrich, Leitung

Informationen

Dauer: ca. 60 Minuten

Eine Veranstaltung von Musikfestival Bern in Kooperation
mit Dampfzentrale Bern. Die Komposition von James Dillon entstand im Auftrag des Musikfestival Bern und des Huddersfield Contemporary Music Festivals.

Kontextprogramm

Am Donnerstag 3.9. findet um 16.30 Uhr eine öffentliche Probe zu «Widerstehen» mit anschliessendem Apéro statt.
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Zugänglichkeit

Der Veranstaltungssaal ist rollstuhlgängig.
Ab 1.9. stehen die Liedtexte barrierefrei lesbar zur Verfügung.
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Einfach gesagt

Eine Kreuzigung ist eine Strafe. Ein Mensch wird an ein Kreuz gebunden oder genagelt. James Dillon hat «Lamentations :» für die Schola Heidelberg und Gruppe Proton Bern geschrieben. Die Lieder zeigen Trauer und Schmerz. Sie zeigen auch Widerstand. Und dass Menschen füreinander da sind.

Termine

Widerstehen, Grosse Uraufführung von James Dillon

05.09.2026 / 19:00 Uhr

Dampfzentrale Bern – Turbinensaal